Krankmeldung - So melden Sie sich krank

Rückenbeschwerden, Grippe, Magen-Darm-Infekte oder ein gebrochener Arm – es gibt unzählige Ursachen und Auslöser für Krankheiten. Wer als Arbeitnehmer derart erkrankt, dass er seine berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann und arbeitsunfähig ist, sollte sich krank melden.

Eine Krankmeldung löst für einen Arbeitnehmer verschiedene Pflichten aus, die er insbesondere zur Sicherung seiner finanziellen Ansprüche auf Lohnfortzahlung und Krankengeld wahrnehmen sollte. Gleichzeitig muss sich ein Arbeitnehmer im Krankheitsfall nicht alles gefallen lassen: Er hat bestimmte Rechte gegenüber seinem Arbeitgeber.

Krankmeldung mit einer AU-Bescheinigung
Krankmeldung mit AU-Bescheinigung (c) Timo Klostermeier / pixelio.de

Checkliste: Die wichtigsten Schritte zur richtigen Krankmeldung

Wer sich ordnungsgemäß krankmelden möchte, muss ein paar wichtige Regeln beachten:

1. Information des Arbeitgebers

Sobald der Arbeitnehmer bemerkt, dass er aufgrund seiner Krankheit nicht mehr in der Lage ist, seiner beruflichen Tätigkeit wie sonstd nachzugehen, hat er seinen Arbeitgeber von seiner Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtlicher Dauer in Kenntnis zu setzen (Anzeigepflicht). Dieser Pflicht muss der Arbeitnehmer unverzüglich nachkommen und den Arbeitgeber informieren.

2. Arztbesuch und Attest

Bei Erkrankungen, die nicht länger als drei Kalendertage andauern, genügt es grundsätzlich, wenn der Arbeitnehmer seiner Anzeigepflicht (Schritt 1) nachkommt. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankenschein oder AU-Bescheinigung) muss erst am vierten Kalendertag vorliegen, so dass ein Arztbesuch bei leichteren und kurzen Erkrankungen noch nicht am ersten Krankheitstag notwendig ist.

Allerdings ist der Arbeitgeber berechtigt, bereits am ersten Tag der Erkrankung die Vorlage des ärztlichen Attests zu verlangen. Derartige Regelungen können im Arbeitsvertrag enthalten sein. In diesem Fall ist der Arbeitnehmer verpflichtet, einen Arzt aufzusuchen und sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen, nachdem er die Krankheit bei seinem Arbeitgeber angezeigt hat (Schritt 1).

3. Krankenschein beim Arbeitgeber vorlegen

Nach dem Arztbesuch muss der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei seinem Arbeitgeber vorlegen. Dies genügt am vierten Kalendertag, es sei denn, der Arbeitgeber verlangt die Vorlage des Krankenscheins bereits am ersten Krankheitstag. Wichtig ist, die ärztliche Bescheinigung bei der zuständigen Person bzw. Abteilung einzureichen.

4. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse einreichen

Neben dem Arbeitgeber muss auch die Krankenkasse über der Arbeitsunfähigkeit des Versicherten informiert werden, denn sie zahlt bei einer länger als sechs Wochen andauernden Erkrankung das Krankengeld. Daher müssen Arbeitnehmer das richtige Exemplar der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei ihrer Krankenkasse innerhalb von einer Woche einreichen.

5. Folgebescheinigung

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger an, als zunächst bescheinigt wurde, muss der Arbeitgeber hiervon informiert und rechtzeitig ein Arzt aufgesucht werden, der eine Folgebescheinigung ausstellt. Diese ist beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse einzureichen. Um ihren Anspruch auf vollständige Lohnfort- bzw. Krankengeldzahlung nicht zu verlieren, sollten Arbeitnehmer dabei auf eine lückenlose Krankschreibung achten.