Telefonische Krankschreibung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Mitte Oktober die vorübergehende Wiedereinführung der telefonischen Krankschreibung beschlossen. Demnach können Ärzte eine Arbeitsunfähigkeits-
bescheinigung derzeit telefonisch für bis zu sieben Tage ausstellen, ohne eine vorherige Untersuchung vor Ort durchzuführen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung per Telefonat ist für eine weitere Woche möglich.

 

Möglichkeit nur bei leichter Symptomatik

Voraussetzung ist, dass die Patienten jeweils nur leichte Erkältungssymptome bzw. eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege aufweisen. Versicherte, die unter schweren Symptomen leiden, sind hingegen weiter auf den Gang zum Arzt angewiesen. Für Fälle, in denen ein Corona-Verdacht besteht, gilt diese Regelung ebenfalls nicht: Betroffene Personen müssen sich an die vorgesehenen Stellen wenden, um sich testen zu lassen. Unter denselben Maßgaben gilt die Regelung auch für eine Kind-Krankschreibung.

Die Entscheidung, ob eine telefonische Krankschreibung ausgestellt wird, trifft der Arzt nach einer Befragung des Patienten anhand seiner Überzeugung vom Zustand des Versicherten.

 

Krankschreibung rechtzeitig einreichen

Die ausgestellte AU-Bescheinigung können sich Patienten vom Arzt per Post übersenden lassen. Arbeitnehmer sind aber grundsätzlich auch weiterhin verpflichtet, die Bescheinigung rechtzeitig beim Arbeitgeber und der Krankenkasse vorzulegen. Wer sich die Krankschreibung per Post zusenden lässt, muss daher gegebenenfalls Rücksprache mit seinem Arbeitgeber halten.

 

AU-Bescheinigung auch ohne Versichertenkarte

Grundsätzlich muss die elektronische Gesundheitskarte (eGK) mindestens bei jedem ersten Arztbesuch im Quartal eingelesen werden. Auch hiervon soll bei der telefonischen AU-Bescheinigung eine Ausnahme gelten: Wie die KBV bereits zur der früheren Regelung im März auf Twitter mitteilte, sei ein Vorliegen der eGK nicht zwingend erforderlich; die Ärzte könnten die erforderlichen Daten bei bekannten Versicherten aus der Patientenakte übernehmen.

 

Regelung gilt vorerst bis Jahresende

Diese Regelung gilt ab 19. Oktober 2020 bis vorerst 31. Dezember 2020. Eine vergleichbare Bestimmung für telefonische Atteste gab es zuletzt zwischen März und Ende Mai. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wurde nun die Wiedereinführung beschlossen.

Ziel ist es, die Praxen von kurzfristigen Arztbesuchen, die lediglich zum Zweck der Krankschreibung erfolgen, zu entlasten. Zugleich soll die Ansteckungsfahr mit Infektionskrankheiten über das Wartezimmer reduziert werden.

 

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